Strafanzeige
Die Frage nach einer Strafanzeige nach sexueller Ausbeutung in der Kindheit und Jugend klingt einfach und die Antwort ist kurz: Ja oder Nein. Der Prozess dahinter ist jedoch äusserst komplex und die Entscheidung hat unterschiedliche Bedeutungen für die Betroffenen. Im Beratungsprozess ist es entscheidend, die verschiedenen Perspektiven der Akteure zu berücksichtigen und einzubeziehen. Die Betroffenen dabei kompetent zu beraten und zu begleiten, erfordert umfassendes Wissen, viel Erfahrung und eine gute Vernetzung.
Die Auseinandersetzung ist mit verschiedenen Hürden verbunden. Denn sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen geschieht im Verborgenen, steht unter einem Schweigegebot und findet meist im familiären oder engeren Umfeld der Betroffenen statt. Strafanzeigen in diesem Kontext können sodann nicht nur für die Betroffenen belastend sein, sondern auch für Familienangehörige, Freunde und Bekannte. Auch diesen Personen steht die Tür von CASTAGNA offen, sodass auch ihre Not gesehen wird und sie Unterstützung erhalten. Das Team von CASTAGNA berät Opfer von Sexualstraftaten mit grosser Kompetenz und klarer Parteilichkeit. Bei Bedarf vermittelt es Fachpersonen, wie z.B. Rechtsanwält:innen sowie Psychotherapeut:innen, welche die Betroffenen weiter unterstützen, behandeln oder begleiten können.
Auch Fachpersonen, wie z.B. Sozialarbeitende, Mitarbeitende von Kindertagesstätten oder Lehrpersonen, die mit von sexueller Ausbeutung betroffenen Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen, erhalten bei CASTAGNA Beratung. Die Not betroffener Kinder kann einen überwältigen und vorschnell handeln lassen. CASTAGNA hilft dabei, unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen und verschiedene Handlungsmöchglichkeiten abzuwägen.
Neben der Beratung und Unterstützung von Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen tauscht sich CASTAGNA regelmässig mit den verschiedenen involvierten Akteuren aus und setzt sich für das Wohl der Betroffenen ein. Das wird auch in diesem Themenheft deutlich, in dem die verschiedenen Beteiligten zu Wort kommen. Legen Sie das Themenheft in Ihrer Praxis oder an Ihrer Arbeitsstelle aus und machen Sie Kolleg:innen auf das Heft aufmerksam. Je mehr Menschen und vor allem auch Fachpersonen über die Herausforderungen und Aspekte von sexueller Ausbeutung und Strafanzeigen informiert sind, desto besser. Denn es braucht ein ganzes Netz von Helfenden, damit dieser Entscheidungsprozess für die Betroffenen unabhängig vom Ergebnis eine Möglichkeit zur Entwicklung darstellt und keine erneute Traumatisierung bedeutet.
Sie können die Arbeit von CASTAGNA durch eine Spende oder eine Mitgliedschaft im Förderverein unterstützen.
Karin Jochens
Präsidentin Vorstand Förderverein CASTAGNA