Angehörige und Vertrauenspersonen
Für Angehörige und Vertrauenspersonen
Wenn Sie erfahren oder den Verdacht haben, dass ein Kind sexuell ausgebeutet wird oder dass eine Person aus Ihrem Umfeld früher sexuelle Gewalt erlebt hat, kann das sehr belastend sein. Gefühle wie Wut, Ohnmacht oder Schuld sind häufig – und doch ist es wichtig, mit Bedacht zu handeln. Unüberlegte Schritte können den Betroffenen zusätzlich schaden.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und wir besprechen gemeinsam Ihre Fragen, ihre Unsicherheiten und mögliche Handlungsschritte. Unsere Beratung ist kostenlos und vertraulich.
Betroffene Kinder und Jugendliche
Wichtig im Umgang mit Kindern und Jugendlichen:
- Hören Sie zu und nehmen Sie ernst, ohne auszuhorchen oder das Kind zu bedrängen.
- Stellen Sie keine wertenden Fragen oder Ja-Nein-Fragen, die die Antwort des Kinds in eine bestimmte Richtung lenken (sogenannte Suggestivfragen). Stellen Sie nur Verständnisfragen.
- Unterstützen Sie die gesunden und starken Seiten des Kindes.
- Versuchen Sie so viel Normalität wie möglich in den Alltag zu bringen.
- Machen Sie keine Versprechungen, die Sie nicht einhalten können.
- Erklären Sie altersgerecht, welche nächsten Schritte Sie einleiten möchten.
- Vermeiden Sie Konfrontationen mit der mutmasslich tätlichen Person.
- Lassen Sie sich beraten, bevor Sie Strafanzeige erstatten.
Betroffene Erwachsene und junge Erwachsene
Wichtig im Umgang mit Erwachsenen und jungen Erwachsenen:
- Seien Sie da, hören Sie zu, äussern Sie Mitgefühl und lassen Sie der betroffenen Person ihr eigenes Tempo.
- Weisen Sie auf professionelle Hilfsangebote hin – zum Beispiel castagna.
- Überreden Sie niemanden zur Strafanzeige, zu einer Konfrontation oder zu anderen Schritten.
- Unternehmen Sie keine Schritte über den Kopf der betroffenen Person hinweg.